Die Photographien, die hier gezeigt werden sind Videostills der Videoarbeit “mi isla” .  Die Arbeit setzt sich aus vielen unterschiedlichen Videoporträts einzelner Personen zusammen, welche mit ihren Erzählungen, Erinnerungen und Emotionen bei geschlossenen Augen die Landschaft ihrer Insel beschreiben. Mit den einzelnen Landschaftsportraits formt sich so zunehmend ein Gesamtbildes. Die Porträtierten repräsentieren einen Querschnitt durch die Gesellschaft, vom Nachbarn von nebenan bis zu Personen, die ich zufällig auf der Inseln getroffen habe. Es sind Personen, die auf einer der Inseln aufgewachsen sind, die auf eine dieser Insel emigrierten sowie Personen, die nur für eine kurze Zeit, für die Dauer eines Urlaubs dort verweilten.

Meine Videoarbeiten erstrecken sich oft über Jahre. Die ersten Aufnahmen für die “mi isla” entstanden 2003, nachdem ich die kanarische Insel Lanzaote bereits über mehrere Jahre bereiste und für mich das Gefühl zutage kam, dass ich mit diesem Ort eine Vertrautheit entwickelte, die sich am ehesten mit dem Gefühl zu dem Begriff “Heimat” verbinden lies. In der nachfolgenden Zeit fragte ich mich immer wieder, ab wann ein fremder Ort den Charakter einer Heimat annimmt und an was dies gebunden ist. Sind es die Menschen, ist es die Landschaft, das Kolorit, der Geruch, die Stille/der Lärm……
Über die letzten Jahre habe ich für diese Dokumentation mit den unterschiedlichsten Menschen zusammengearbeitet und dabei untersucht, ob eine Annäherung zu dieser Fragestellung gefunden werden kann. Ich porträtierte dabei die Personen bei geschlossenen Augen.

Durch den Besuch der kleinsten der kanarischen Inseln, El Hierro, habe ich die Videoarbeit mit Videoporträts von dort lebenden Personen erweitert. Diese Arbeit setzt sich auch in den kommenden Jahren fort und zeigt so ein Panorama verschiedenster Sichtweisen und Empfindungen einzelner Protagonisten.